Der Bürgerbus Kalkar kommt in Fahrt!

Der Verein „Bürgerbus Kalkar e. V.“ wurde am 15. Mai offiziell gegründet.

Die Stadt Kalkar und das Initiativ-Team „Bürgerbus für Kalkar“ hatten am 15. Mai 2017 interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Gründungsversammlung des Vereins „Bürgerbus Kalkar e. V.“ in das Dünencafé Laakmann in Wissel eingeladen.

Bürgermeisterin Dr. Britta Schulz begrüßte die 40 Teilnehmer der Veranstaltung und wies auf das notwendige ehrenamtliche Engagement hin, damit das Projekt Bürgerbus starten kann und zum Erfolg wird. Durch den Bürgerbus sollen regelmäßige Verbindungen zwischen den Stadtteilen und dem historischen Stadtkern gewährleistet und ausgebaut werden. Bis ins hohe Alter mobil zu sein ist für viele Bürgerinnen und Bürger ein wichtiger Bestandteil ihrer Lebensqualität. Aber auch andere Personengruppen, wie z. B. junge Familien, Schüler und Jugendliche haben das Bedürfnis nach mehr Mobilität, auch ohne eigenes Auto.

Mitglieder der Gründungsversammlung am 15. Mai 2017

Heinz Igel vom Initiativ-Team „Bürgerbus für Kalkar“ erläuterte die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Gründung eines Bürgerbusvereins und stellte einen Entwurf der Vereinssatzung vor, die ebenso wie die offizielle Vereinsgründung einstimmig beschlossen wurde.

Anschließend leitete Franz-Josef Boenke die Wahlen zum Vereinsvorstand. Heinz Igel (Appeldorn) wurde zum Vorsitzenden, Jutta Kaiser (Wissel) zur Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Helga Meier (Wissel) übernahm das Amt der Schriftführerin, Alfred Tönnishoff (Wissel) das des Kassenwartes. Als Beisitzer wurden Dr. Andrea Mörsen (Hönnepel), Franz-Josef Boenke (Kalkar) und Leo Lamers (Niedermörmter) gewählt. Die Wahlen erfolgten einstimmig, alle Gewählten nahmen die Wahl an. Satzungsgemäß wird ein weiterer Beisitzer als Vertreter der Stadt Kalkar von der Bürgermeisterin bestellt.

Wie geht es jetzt weiter?

Der frisch gegründete Verein hat eine Menge Arbeit vor sich, u. a. gilt es, den für den Betrieb des Bürgerbusses notwendigen positiven Ratsbeschluss für die Übernahme der nicht gedeckten Kosten durch die Stadt Kalkar zu erwirken. Dazu muss ein z. B. Finanzkonzept erarbeitet, nach Sponsoren und Werbeträgern gesucht und ein (vorläufiger) Fahrplan aufgestellt werden. Auch werden weiterhin Fahrer/innen gesucht, die den derzeitigen Stamm von 22 Personen noch verstärken möchten.

 

Was ist überhaupt ein Bürgerbus?

  • Ein Bürgerbus ist ein Kleinbus mit max. 8 Fahrgastsitzplätzen.
  • Er fährt im Linienverkehr auf einer konzessionierten Linie mit Fahrplan, Haltestellen und einem genehmigten Tarif.
  • Er wird betrieben von ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern („Bürger fahren für Bürger“).
  • Er ist keine Konkurrenz zum konventionellen Linienverkehr.
  • Er fährt auf Strecken, die für den Linienverkehr nicht wirtschaftlich sind.
  • Er gewährleistet die Anbindung der Stadtteile an den Innenstadtbereich.
  • Ein Busführerschein ist nicht notwendig, aber ein Personenbeförderungsschein muss beantragt werden.

Ein Bürgerbus übernimmt mit seinem zusätzlichen Verkehrsangebot eine wichtige öffentliche Aufgabe und bietet somit die Möglichkeit, einen Teil zur Erfüllung der Fürsorgepflicht und Daseinsvorsorge der Kommune für ihre Bürgerinnen und Bürger beizutragen.Die Einführung eines Bürgerbusses ist in Nordrhein-Westfalen an gesetzlich festgelegte Verfahrenswege gebunden. Dazu gehört zwingend die Gründung eines eingetragenen Bügerbusvereins. Das dazugehörige Vier-Säulen-Modell besteht aus Bürgerbusverein, Verkehrsgesellschaft (NIAG), Land NRW und der Stadt Kalkar. Diese ermitteln Bedarf, Streckenführung, Kosten und alle weiteren wesentlichen Punkte. Das Land NRW fördert die Anschaffung eines Bürgerbusses und den erforderlichen Bürgerbusverein durch Zuschüsse.

Was kann ich dazu beitragen?

Zwingende Voraussetzung für die Einführung eines Bürgerbusses und die damit zu gewährenden Zuschüsse durch das Land Nordrhein-Westfalen ist die Gründung eines eingetragenen Bürgerbusvereins. Wir suchen interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich im Verein engagieren und auch als Fahrerinnen bzw. Fahrer des Busses mitmachen wollen.

Warum braucht Kalkar einen Bürgerbus?

Ein Bürgerbus…

  • erhöht die Mobilität von z. B. Senioren, jungen Familien, Schülern/Jugendlichen und Touristen.
  • sorgt für eine bessere Erreichbarkeit von Ärzten, Krankenhäusern und Apotheken.
  • gewährleistet den Kontakt zu Banken, Versicherungen sowie Rathaus und sonstigen Behörden.
  • erleichert die Wahrnehmung von kulturellen Angeboten (Veranstaltungen, Ausstellungen, Gastronomie etc.).
  • ist hilfreich bei der täglichen Versorgung (Einkaufen, Marktbesuche etc.).
  • bindet die Nachbargemeinden an.

Der demographische Wandel und die zunehmende Konzentration des täglichen Versorgungsangebotes im Stadtzentrum führen auch in unserer Flächenkommune zu einer steigenden Notwendigkeit, grundexistentielle Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger, wie z. B. ärztliche Versorgung, auch in Zukunft sicherzustellen. Eine Herausforderung auch in unserer Stadt ist z. B. für ältere Menschen, junge Familien, Schüler und Jugendliche nicht selten die eingeschränkte Mobilität, um Arztbesuche oder Einkäufe tätigen zu können oder am kulturellen Leben teilzunehmen. Der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) ist nur bedingt in der Lage, diesen Menschen ein – für ihre Bedürfnisse angemessenes – Angebot an Mobilität zu bieten.

Abbildungen zeigen den Bürgerbus Rheinberg. Bildmaterial: Mit freundlicher Genehmigung des Bürgerbusverein Rheinberg e. V..